Juni 2014: Newsletter 1 zur Lage des Versorgungsfonds

By | 9. September 2015

Zur aktuellen Situation der Wohlfahrtseinrichtungen der ÖTK

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die Informationspolitik der ÖTK zur Lage der Wohlfahrtseinrichtungen ist dürftig und daher sehen wir es als unsere Pflicht an, Euch über die Performance und die Zukunftschancen des Versorgungsfonds grundlegend und detailliert zu informieren. Die Schlüsse die die ÖTK aus den versicherungsmathematischen Berechnungen der HEUBECK-Studie zieht, entsprechen unserer Meinung nach nicht den Realvorgaben, sondern macht eine Fortführung der Fonds nur unter mehr als optimistischen Voraussetzungen möglich.

Ich ersuche Euch daher den angefügten 1. Newsletter zur aktuellen Situation der Wohlfahrtseinrichtungen zu studieren. Gerne nehmen wir Eure Meinungen, Reaktionen, und Diskussionsbeiträge auf. Ich werde mein möglichstes tun um auch Anfragen zum Thema zeitnahe zu beantworten.

Wir planen eine Informationsstaffel und abschließend eine breitangelegte Informationsenquete im Oktober 2014 (das genaue Datum werde ich Euch hoffentlich bald präsentieren können).

Ich ersuche Euch diese Informationen auch an Eure angestellten TierärztInnen weiterzuleiten, da sie genauso davon betroffen sind wie die Selbständigen.

Mit besten Grüßen

Dr. Markus Kasper,
Obmann des IVPTÖ

 IVPTÖ Newsletter 1 Versorgungsfond

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Erste Reaktionen aus der Tierärzteschaft auf den Newsletter 1 zur Lage des Versorgungsfonds

„Geschätzter Herr Kollege Kasper,  das sind recht unschöne Nachrichten. Gewußt oder geahnt hat es aber irgendwie doch ein jeder. Nur eine Frage ist aus meiner Sicht zu klären: Kann man den Punkt (bzw. die Beitragsjahre) bestimmen, ab welchem es für einen Vorsorgungsfonds-Einzahler besser ist, den VF weiter zu bedienen (sprich: wo man die bereits eingezahlten Beiträge nicht vollends in den Kamin schreiben kann) und bis wohin es für (einen jungen Kollegen) besser wäre, die Einzahlung (die weiterer Einzahlung) zu verweigern? Ich stelle hiermit zur Diskussion, ALLE Wohlfahrtseinrichtungen streng in Frage zu stellen. Wie jeder weiß, ist es ja leichter, das Klima zu retten, als einen Pensionsfonds zu verwalten.“

„Lieber Kollege! Ich bin schon lange der Meinung, daß der Versorgungsfonds aufgelöst werden sollte, da er völlig veraltert ist. Ich bin zwar  nicht gut über die Einzelheiten informiert, ich sehe hauptsächlich diese „Zwangsbeglückung“, die so gar nicht mit meinem Lebensplan übereinstimmt. Momentan ist die Versorgungsfondseinzahlung für mich ein Totalverlust, den ich hinnehmen muß. Ich wäre glücklich meine Vorsorgeform selbst wählen zu dürfen!!!!!!  Viele Grüße, danke für Ihr Engagement!!“

„DANKE!!!!!!!“

„Sehr geehrter Herr Kollege,
vielen Dank für die Befassung mit dem Thema! Weil ich Kontakt mit jungen KollegInnen habe, weiss ich auch wie die Stimmung und die Reaktionen in Bezug auf diese Situation bei ihnen ist. „Es  erfüllt uns mit Sorge, dass Berufseinsteiger als Pflichtmitglieder steigende Beiträge zum Versorgungsfond leisten müssen und wahrscheinlich keine Leistunge empfangen werden.“Diese Tatsache ist unseren jungen KollegInnen sehr bewusst und sie reagieren auch schon darauf – indem sie einfach keine Versorgungsfondsbeiträge mehr einzahlen! Auf meine besorgte telefonische Anfrage bei unserem Kammeramtsdirektor hin hat dieser gemeint ich solle mir keine Sorgen machen, „die Kammer“ hätte die Situation „im Griff“ und die nichtzahlenden jungen KollegInnen hätten mit „harten Sanktionen“ zu rechnen! Warum ich dieser Aussage keinen Glauben schenke? Weil ich weiss, wie die jungen KollegInnen es machen, dass ihnen nichts passieren kann und wird. Auch ein Aspekt, der nicht mitbedacht wurde/wird. Ich zahle -brav- seit über 20 Jahren meine Beiträge. Die Zeiten ändern sich – ok…….. Für „UNS“ wird es dann hoffentlich eine faire Lösung geben.“

„Sehr geehrter Herr Kollege! Vielen Dank für die Information. Gerade als junge Selbstständige sehe ich die die Entwicklung auch sehr problematisch. Sang und klanglos wurde 2014 für die selbstständigen Mitglieder unter 35 Jahren der Beitrag zum Versorgungsfond von 150 auf 260 Euro erhöht.!! Dies fand unter der Tierärzteschaft kaum Beachtung , ich vermute , dass nicht viele Personen betroffen sind ? Ich habe 2005 im Alter von 24 Jahren meine Praxis eröffnet und habe seither mit der Tierärztekammer eigentlich nur in zahlender Weise Kontakt gehabt,was bezeichnend ist für unsere Standesvertretung- Gut , dass Du uns diese Informationen zukommen lässt-„

„Lieber Markus, Danke für die ausführliche Information bezüglich des Versorgungsfonds! Und meiner bescheidenen Meinung nach gehört der schon lange aufgelöst! Da die TÄK wie in der Information auch bestätigt wird überhaupt nicht und  wenn viel zu spät auf die dramatische demografische Veränderung des Berufstandes reagiert hat! Und ich hab mir mal kurz durchgerechnet was ich bis jetzt in den Fonds eingezahlt habe und im Gegensatz dazu herausbekommen werde und das  macht mich richtig wütend und auch eine gewisse Ohnmacht macht sich breit! Wird wirklich Zeit diesen Fonds ernsthaft zu hinterfragen! Und 420 Beitrittsmonate sind schlicht und ergreifend völlig unrealistisch und ist meiner Meinung nach ein verzweifelter missglückter Versuch einer kosmetischen Rettung einer Leiche! Nochmals Danke“

„Danke für diese Info. Ich bin schon lange gegen diese zwingend vorgeschriebenen Fonds, Versorgefonds und auch Sterbefonds – ist schon lange nicht mehr zeitgerecht. Alles verkaufen und dann anteilsmäßig auszahlen je nach erworbenen Monaten, das Ganze ist doch ein Fass ohne Boden und wir werfen gutes Geld dem verlorenen weiterhin hinten nach. Ich habe auch dem Frühwirt geschrieben, dass ich es überhaupt nicht verstehen kann warum ihr keinen Zugang zu den aktuellen Daten bekommt und er soll mir dass doch begründen – Transparenz in allen Bereichen ist doch wohl das Wichtigste. Vielen Dank und weiter so“

„Danke für die Initiative! Endlich passiert etwas. Um diesen Versorgungsfonds hätte ich mir schon längst eine Digitales Röntgen  ansparen können. Super das sich jetzt etwas tut!“

„Lieber Kollege Kasper:  Ich danke fuer die Informationen.  Selbst bin ich, weil ich mich unter anderem auch mit der Kammer nicht identifizieren konnte, aus Oesterreich ausgewandert und arbeite im Raum Schweiz-Liechtenstein.  Hier ist die Kammermitgliedschaft freiwillig, und jeder waehlt selbst Art und Ausmass der Vorsorge.  Am politischen Geschehen in Oesterreich nehme ich nicht mehr teil, begruesse aber Ihr Engagement und die Informationen.  Ich wuensche Ihnen viel Erfolg“

„Danke Markus! Sehr gute initiative! Schade, dass die KollegInnen in der ÖTK so vernagelt sind und nicht sehen können, dass jetzt Ideen und Mut gefragt sind um diese haarige Situation rund um den VF zu meistern. Ich bin ständig in Diskussion mit vielen Kolleginnen und Kollegen und weiss, dass Betroffenheit und Interesse an dieser Frage sehr groß sind. Danke für die klare Info, weiter so!!“

„Lieber Markus, das klingt alles mehr als deprimierend.-egal ob man nun „neu“dazukommt oder seit 25 jahren einzahlt…… danke,dass ihr das alles aufdeckt und uns informiert.ich hoffe es gelingt allen gemeinsam ein guter weg. Bitte bleibt dran,das thema ist wichtig“

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